Bonn 1914-1918
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  • Textbeiträge
    • Das erste Kriegsjahr
    • Liebesgabenfahrten 1914
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      • -- Dokumente
    • Der Kriegswinter 1916/17
    • Die letzten Monate
  • Exkursionen
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Montag, 26. November 1917

 

Die Fernsprechleitungen nach allen Richtungen sind infolge des gestrigen Unwetters gestört, sodaß der gesamte Fernsprechverkehr erschwert wird. Auch der telegraphische Verkehr ist beeinträchtigt, hauptsächlich nach Holland, Sachsen und Nordwestdeutschland.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 26. November 1917Rechtsanwalt Dr. Henry zu seinen Wählern. Wie uns aus Godesberg, 6. Nov., gemeldet wird, fand am Sonntag nachmittag im Rheinischen Hof zu Godesberg unter Vorsitz des Herrn Dücke eine gut besuchte Versammlung von Zentrumswählern statt, in welcher Reichstagskandidat Rechtsanwalt Dr. Johannes Henry aus Bonn das Zentrumsprogramm entwickelte. [...] Die Verfolgung der Grundsätze der Zentrumspartei habe sich zugunsten unseres Volkes auch im Kriege trefflich bewährt. In der inneren Politik müsse jetzt viel umgelernt werden. Dem Heimkehrenden müsse bei der Regelung der Dinge im Frieden immer wieder vor Augen geführt werden, was die Zentrumspartei groß gemacht habe, um sie als Glieder der Partei zu erhalten.
Die Autorität der Krone solle unerschüttert bleiben. Aber unserem Volke müsse die Gelegenheit gegeben werden, an der Lenkung der Geschicke mitzuarbeiten. Dazu sei unser Volk politisch sehr wohl reif. (Bravo!) Der Redner berührte das Zusammenarbeiten mit anderen politischen Parteien und die Anteilnahme des Zentrums an den Aufgaben der Uebergangswirtschaft, der Steuer- und Sozialpolitik und der Beziehungen zu Kirche und Schule. Auch streifte Redner die Friedensbestrebungen des Papstes. Dr. Henry schloß mit dem Aufruf: „Unser heutiges Programm darf nur heißen: „Durchhalten und schlagen!“
Reichstagsabgeordneter Becker (Arnsberg) trat für die Friedensresolution vom 19. Juli ein. Er erklärte, für uns gibt es heute nur noch zwei Friedensmöglichkeiten: Den Diktatfrieden von unseren Feinden oder den Frieden auf Verständigung und Ausgleich. Die Versammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, in der die volle Zustimmung zur Friedensresolution des Reichstages vom 19. Juli 1917 ausgedrückt wurde.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

Anzeige im General-Anzeiger vom 26. November 1917Tödlicher Unfall. Sie brachten kürzlich eine Nachricht, daß ein 13jähriger Knabe auf der Meckenheimerstraße von der Siebengebirgsbahn überfahren und auf der Stelle getötet worden sei. Daß bisher nicht mehr Unfälle dieser Art vorgekommen sind, ist ein wahres Wunder, wenn man sieht, wie unsere Jugend tagtäglich mit dem Tode spielt. Auf einigen Straßen ist es ein beliebter Sport, vor den fahrenden Straßenbahnen herzulaufen, und das Kind, das den Wagen am nächsten an sich herankommen läßt, ehe es die Straße überquert, ist „König“. Die älteren Kinder, namentlich Mädchen, machen es vor, die Kleinen laufen nach. Die Führer der Straßenbahn schweben in tausend Aengsten, wenn sie die spielenden Kinder sehen; sie wissen nie, ob nicht im letzten Augenblick das eine oder andere plötzlich vor dem Wagen herläuft. Aufgabe der Eltern und Lehrer ist es, die Kinder vor diesem gefährlichen Treiben zu warnen, und wenn nötig ganz energisch dagegen einzuschreiten. Es gibt doch jetzt schon wahrlich Leid genug in den einzelnen Familien, das nicht noch durch freventliches Spiel mit dem Leben vermehrt werden muß. X.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)

 

Müllabfuhr. In letzter Zeit sind Mülleimer nach erfolgter Entleerung noch längere Zeit und vielfach nachts auf den Schrittwegen stehen geblieben. Dadurch können, namentlich bei der jetzt vorgeschriebenen Verdunkelung, leicht Unglücksfälle herbeigeführt werden. Die aufgestellten Behälter müssen spätestens eine Stunde nach erfolgter Abfuhr wieder entfernt sein.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Dienstag, 27. November 1917

   

Bischof Dr. Moog ersucht die Geistlichen der altkatholischen Gemeinden in der Rheinprovinz, zu dem günstigen Ergebnis der Goldankaufwoche vom 9. bis 16. Dezember nach Kräften mitzuwirken, ebenso die Geistlichen der übrigen Gemeinden des Deutschen Reiches, wenn inzwischen auch dort ein erneuter Aufruf zur Goldabgabe ergehen sollte. […]

Eine „Goldankaufwoche“ veranstaltet das Metropol-Theater. Für jedes eingewechselte Goldstück gibt es zwei Freiplätze.

Zwei russische Kriegsgefangene, die aus einem Gefangenenlager entwichen waren, sind Sonntag auf der hiesigen Rheinbrücke angehalten und festgenommen worden.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

 

Zentrum und Vaterlandspartei. Die von der Zentrumsversammlung am verflossenen Sonntag in Godesberg einstimmig angenommene Entschließung hat folgenden Wortlaut:
   „Die Versammlung erklärt sich mit der Politik der Zentrums-Fraktion des Reichstages einverstanden. Sie ist mit der Fraktion der Meinung, daß im Rahmen der Resolution des Reichstags vom 19. Juli ein Frieden erreichbar ist, der Deutschland politische Sicherheit und freie wirtschaftliche Weiterentwicklung gewährleistet. Sie schließt sich der Erklärung des Reichsausschusses der Zentrums-Partei an, daß das Zentrums-Programm allen Zentrumsanhängern Bewegungsfreiheit genug läßt zur freien politischen Betätigung. Die Versammlung erklärt, daß die Unterstützung der sogenannten Vaterlands-Partei nicht nur die Einigkeit in der Partei, sondern auch die geschlossene innere Front, die zur Herbeiführung eines die deutschen Interessen sichernden ehrenvollen Friedens notwendig ist, verhängnisvoll beeinträchtigt.“

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Kohlen statt Briketts. Infolge Beförderungsschwierigkeiten sind z. Zt. bei verschiedenen hiesigen Kohlenhändlern keine Briketts zu haben, während Kohlen noch vorrätig sind. Die Ortskohlenstelle ersucht, diesem Umstand Rechnung zu tragen und nicht auf die Lieferung von Briketts zu bestehen, wenn man in der Lage ist, mit anderen Brennstoffen auszukommen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Mittwoch, 28. November 1917

   

Aus dem städtischen Lebensmittelamt.
[…] Die Gemüseverkaufsstelle am Friedrichplatz ist schon seit etwa 14 Tagen im Betriebe, es werden dort die gleichen Gemüse- und Obstsorten verkauft wie auf dem Markte. Es zeigt sich aber das Bild, daß die neue Verkaufsstelle nur sehr schwach in Anspruch genommen wird, während die Hausfrauen auf dem Markte nach wie vor zu einzelnen Tageszeiten Ketten stehen. Wem seine Zeit lieb ist, der gehe daher die paar Schritte weiter zum Friedrichsplatz, er wird dort viel schneller als auf dem Markte abgefertigt.
   Wer Kartoffeln eingekellert hat, muß sie sorgfältig pflegen und gut aufbewahren. Vor allen Dingen darf die wöchentliche Verbrauchsmenge nicht überschritten werden. […] Es sei schon jetzt darauf hingewiesen, daß denjenigen Familien, die ihre Kartoffeln zu schnell aufbrauchen, unter keinen Umständen eine Nachlieferung zugebilligt werden kann, diese Familien werden dann genötigt sein, Steckrüben zu essen.
   Zur Sicherung unserer Futterbestände müssen die Schweine, soweit sie nicht zur Zucht nötig sind, in beschleunigtem Maße abgeschlachtet werden. Es sind dafür verschiedene Maßnahmen angeordnet worden. […] Um die für die Abschlachtung vorgesehenen Schweine festzustellen, wird in der Stadt Bonn ein Abnahmeausschuß gebildet werden. Die abgenommenen Schweine werden unter Umständen zum Höchstpreise enteignet und dann hauptsächlich dem Heeresbedarf zugeführt werden.
   Kinderhorte und Wohltätigkeitsanstalten, die eine Weihnachtsbescherung Bedürftiger beabsichtigen, können durch das Lebensmittelamt in bescheidenem Maße Mehl und Zucker für Weihnachtsbäckereien sowie Aepfel beziehen. Anträge von Einzelpersonen sind zwecklos und bleiben unberücksichtigt. Die Vereine usw. müssen sich ebenfalls die größte Beschränkung auferlegen, sie haben bei ihren Anträgen an das Lebensmittelamt, Abteilung 1a, die ungefähre Zahl der zu bescherenden Personen anzugeben, wobei es sich nur um wirklich Bedürftige handeln darf.
   Der Lebensmittelausschuß hat beschlossen, für das Weihnachtsfest wieder etwas reichlichere Lebensmittelmengen auszugeben. Diese Ausgabe wird sich auf die beiden Wochen vor Weihnachten erstrecken, damit jeder in der Lage ist, sich die ausgelobten Sachen kaufen und herrichten zu können. Das Nähere wird noch mitgeteilt werden.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Einschränkung des elektrischen Stromverbrauchs. Von jetzt ab darf im Stadtkreis Bonn der Verbrauch für Beleuchtung, Kraftbetrieb und sonstige Zwecke im Monat nicht mehr als 80 Prozent der im Jahre 1916 verbrauchten Strommenge betragen. Für jede über die zugelassene Verbrauchsmenge hinaus verbrauchte Kilowattstunde ist ein Aufgeld von 50 Pfg. zu bezahlen. Eine diesbezügliche Bekanntmachung wird in der morgigen Nummer unseres Blattes veröffentlicht.

Ein Sieg der Sammelbüchse. Wir haben vor einiger Zeit mitteilen können, daß Fräulein Mathilde Wirth mit der Sammelbüchse des Roten Kreuzes für die Sache der Kriegswohlfahrtzwecke in Bonner Geldhäusern und gesellschaftlichen Kreisen unserer Vaterstadt die Summe von 15.000 M. zusammengetragen habe. Fräulein Wirth hat seitdem in ihrem Eifer für die Sache des Roten Kreuzes nicht locker gelassen. Und heute, wenige Monate später, hat sie dieser Summe abermals 5000 M. hinzufügen können. Das Gesamtergebnis der von Fräulein Wirth mit der Sammelbüchse erzielten Summe hat somit die Höhe von 20.000 M. erreicht. Die rechte Vorstellung von der vollbrachten einzigartigen Leistung erlangt man, wenn man bedenkt, daß diese Summe von 20.000 M. sich durchweg aus Nickel- und Kupfergeld, sowie kleinen Papierscheinen zusammensetzt. Allerdings hat hier und da auch ein Gönner von Fräulein Wirth, und sie hat deren eine ganze Anzahl, die ihrer Sammeltätigkeit mit Bewunderung gegenüberstehen, eine größere Summe für das Rote Kreuz gespendet.
   Auch die erreichten 20.000 M. lassen Fräulein Wirth, wie wir sie kennen, nicht rasten. Sie wird ach weiterhin in ihrer aufopferungsvollen Art ihre Kraft in der gleichen Weise in den Dienst des Roten Kreuzes stellen – trotz ihrer 72 Jahre. Möge man ihr auch ferner gleich freundlich und gebefreudig bei ihrer Sammeltätigkeit begegnen. Das wäre der beste Dank, den man der prächtigen Dame für ihr bisheriges Wirken zum Ausdruck bringen könnte.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

        

Als Fälscher und Betrüger hat sich ein junger Soldat, der vor seinem Eintritt ins Heer bei einer Behörde in der Umgegend angestellt war, versucht. Er hat während seines Urlaubsaufenthaltes in Bonn einen Amtsstempel seiner früheren Behörde und in einer hiesigen Druckerei 20 Brotbücher ebenfalls für seine Behörde bestellt und wollte mit dem Stempel die Bücher vorschriftsmäßig ausfüllen. Er hatte aber doch nicht mit allen Möglichkeiten gerechnet, denn als er gestern die Brotbücher aus der Druckerei abholen wollte, wurde er von der benachrichtigten Kriminalpolizei festgenommen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Donnerstag, 29. November 1917

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 29. November 1917Die Universitätsbibliothek hat soeben ihren Jahresbericht für das am 31. März abgelaufene Jahr 1916/17 herausgegeben. Der Bericht stellt mit Befriedigung fest, daß das Berichtsjahr in der immer dringlicher werdenden Neubaufrage einen höchst erfreulichen Fortschritt gebracht hat. Durch die hochherzige Schenkung eines Ehepaares, das nicht genannt sein will, wurde es ermöglicht, das vortrefflich gelegene Grundstück Poppelsdorfer Allee 25 zu erwerben. Auch für die Erweiterung durch ein Nachbargrundstück wurden von derselben Seite die Mittel zur Verfügung gestellt. Dadurch wird das Grundstück auch in seiner Größe weitgehenden Anforderungen genügen und auf lange Zeit die ersehnte freie Entwicklung der Bibliothek und ihres Betriebes ermöglichen. Möchte es gelingen, auch die Kosten des Baues bereitzustellen, so daß er sofort nach dem Kriege begonnen werden kann. […]

Hunde an die Front! Es eignen sich der deutsche Schäferhund, Dobermann, Airedal-Terrier und Rottweiler, auch Kreuzungen aus diesen Rassen, die schnell und gesund sind und mindestens 40 Zentimeter Schulterhöhe haben. Sie müssen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Die Diensthunde werden aufs beste gepflegt und gefüttert. Die Hunde werden – von Fachdresseuren ausgebildet – im Erlebensfalle nach dem Kriege an ihre Besitzer zurückgegeben. Bei den ungeheuren Kämpfen an der Westfront haben die Hunde durch stärkstes Trommelfeuer die Meldungen aus vorderster Linie in die rückwärtige Stellung gebracht. Hunderten unserer Soldaten ist durch Abnahme des Meldeganges durch die Meldehunde das Leben erhalten worden. Militärisch wichtige Meldungen sind durch die Hunde rechtzeitig an die betreffende Befehlsstelle gelangt. Obwohl der Nutzen der Meldehunde im ganzen Lande bekannt ist, gibt es noch immer Besitzer von für den Kriegsdienst geeigneten Hunden, welche sich nicht entschließen können, ihr Tier der Armee und dem Vaterlande zu leihen! An alle Besitzer der vorgenannten Hunderassen ergeht daher die dringende Bitte: Stellt Eure Hunde in den Dienst des Vaterlandes! Wer zögert? Anmeldungen nimmt entgegen Sanitätshund-Meldestelle Bonn, Leiter Polizeikommissar Flaccus, Bonn, Kirschallee 23.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

  

Anzeige im General-Anzeiger vom 29. November 1917Am Kriegsgericht Bonn wurde am Donnerstag der 27jährige Josef Me. aus Lannesdorf, welcher am 24. Oktober in der dortigen Gemarkung auf einen noch nicht abgeernteten Kartoffelacker des Grubenbesitzers Sebastian Me., tagsüber sich 2 Zentner Kartoffeln aufsammelte, mit 6 Wochen Gefängnis bestraft. – Für einen Diebstahl von 116 Pfund Tafeläpfel während der Nacht zum 9. September in der Godesberg-Friesdorfer Gemarkung erhielt der 52jährige Maurer Friedrich Ma. aus Friesdorf eine empfindliche Freiheitsstrafe von 3 Monaten Gefängnis. […] Ein 18jähriger belgischer Arbeiter in der Chamottefabrik zu Mehlem hatte seinen Mitarbeitern verschiedentlich Geldbeträge gestohlen und diese hauptsächlich für Einkäufe von Lebensmitteln verwandt, die er an französische Kriegsgefangene in dieser Fabrik verkäuflich abließ. Laut angebrachten Aushängeschildern an allen Ausgängen ist allen dortigen Arbeitern der Verkehr mit Kriegsgefangenen untersagt. Des Angeklagten Strafmaß lautete auf 1 Woche Haft. […]

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

 

Für die Rheinische Goldankaufwoche vom 9. bis 16. Dezember, unter dem Ehrenschutze des Oberpräsidenten hat Dienstag eine Versammlung in der Lese die nötigen Vorbereitungen für Bonn und Umgegend getroffen. Herr Oberbürgermeister Spiritus begrüßte die von ihm eingeladenen Landräte des Bonner und des Siegkreises, die Vorsitzenden der Vaterländischen Vereinigungen, die Leiterinnen der Frauenvereine und die bei der letzten Reichsanleihe tätigen Obmänner der Werbekreise. Er wies auf die außerordentlich große Bedeutung des Goldankaufs und der Goldankaufwoche für die Rüstung der Reichsbank und damit des Reiches hin und betonte, daß leider die Rheinprovinz in der Goldabgabe noch hinter den Provinzen Sachsen und Pommern weit zurückgeblieben sei. […] Es wurde darauf beschlossen, die Stadt wie bei der letzten Reichsanleihe wieder in Werbekreise zu teilen und in ihnen von Haus zu Haus zu werben. Nach einer eingehenden Aussprache schloß der Oberbürgermeister die Sitzung mit herzlichen Wünschen für ein reiches Ergebnis der Goldankaufwoche.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

Freitag, 30. November 1917

    

Anzeige im General-Anzeiger vom 30. November 1917An unsere Leser!
Im Laufe der letzten Zeit sind die Herstellungskosten im Zeitungsgewerbe wieder ungeheuerlich gestiegen. Es seien nur zwei Punkte herausgehoben. Die weitere Erhöhung des Papierpreises, der jetzt mehr als das Dreifache des Friedenspreises beträgt, und der Abschluß neuer tariflicher Bestimmungen mit den Setzer- und Druckergehilfen. Hinzu kommt die allgemeine Teuerung, die unser Gewerbe, das mit besonders teuren Materialien arbeiten muß, empfindlicher trifft, als die meisten anderen. Infolgedessen sind die deutschen Zeitungen in ihrer Gesamtheit dazu übergegangen, Bezugs- und Anzeigenpreise zu erhöhen. Die drei hiesigen Tageszeitungen müssen sich diesem Vorgehen anschließen. Sie sind gezwungen, vom 1. Dezember d. J. ab den Bezugspreis gemeinsam auf monatlich Mk. 1,20 festzusetzen.
Bonner Zeitung
Deutsche Reichszeitung
General-Anzeiger für Bonn und Umgegend.

(Ankündigung in der Bonner Zeitung, der Deutschen Reichszeitung und dem General-Anzeiger für Bonn und Umgegend)

 

Stadtverordnetenwahl. Bei der gestrigen Stadtverordnetenwahl der ersten Abteilung wurden die bisherigen Stadtverordneten Kommerzienrat Theodor Fleitmann, Kaufmann Hubert Gentrup, Geheimrat Prof. Dr. Ernst Landsberg, Handelsrichter Emil Tilger und Professor Dr. Karl Mönnichmeyer einstimmig wiedergewählt. Zur Wahl erschienen in der Altstadt 27, in den Vororten 8 Wähler. Alle 35 Wähler stimmten für die genannten Herren.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

   

Eine Gedächtnisfeier für die gefallenen Krieger. Am vergangenen Sonntag veranstaltete der Bezirksverband der kath. Jünglingsvereine von Bonn und Umgegend eine große Kundgebung. Es war ein Gedächtnistag für die gefallenen Krieger. Morgens war in den Pfarrkirchen der Vereine Generalkommunion. Nachmittags ½4 Uhr trafen sich die Vereine der linksrheinischen Seite in der Herz-Jesukirche zu Bonn, wo eine feierliche Andacht gehalten wurde. Herr Kaplan Heppener-Düsseldorf zeigte in seiner Predigt, was die Toten uns allen zu sagen haben. Arbeit müsse der Inhalt des Lebens sein, Liebe zu Eltern, Heimat und Kirche das oberste Gesetz des Lebens, die Ewigkeit das Ziel des Lebens.
   Nach der Andacht zogen dann mehr als 1000 Jünglinge in festlichem Zuge zum großen Saale des Bonner Bürgervereins, wo eine weltliche Gedenkfeier stattfand. […]

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

    

Festgenommen wurde in Bonn ein Mann, der zusammen mit einem anderen Diebe am Bußtage in Oberdollendorf aus einer Villa, in die sie eingebrochen sind, einen Posten Wäsche und Kleidungsstücke und aus einem Betriebe in Oberdollendorf einen Treibriemen gestohlen hat. Den Treibriemen hat er zerschnitten und an einen hiesigen Schuhmacher, der sich als Hehler auch strafbar gemacht hat, verkauft.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)

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