Donnerstag, 21. Juni 1917
Den fortgesetzten Höchstpreisüberschreitungen auf dem Markte tritt die Stadtverwaltung mit einer heute veröffentlichten Verordnung entgegen. Die Verkäufer dürfen ihre Ware nicht mehr als „verkauft“ bezeichnen in der Erwartung, daß ihnen ein über den Höchstpreis hinausgehendes Angebot gemacht wird, vielmehr muß alle vorhandene Ware zu den festgesetzten Preisen an die Kaufliebhaber abgegeben werden. Verstöße gegen diese Verordnung werden mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bis zu 1500 Mark bedacht.
Die Kartoffelerzeuger im Stadtbezirk Bonn werden durch eine in dieser Zeitung veröffentlichte Bekanntmachung des Oberbürgermeisters verpflichtet, ihre den Eigenbedarf übersteigenden Kartoffelmengen an die Stadt abzuliefern. Vor dem 27. Juni dürfen keine Frühkartoffeln geerntet werden.
Die „Jungmannen“ in der Landwirtschaft. Die Schüler der oberen Klassen unserer höheren Lehranstalten, die der Landwirtschaft als Ersatz für die durch den Krieg in Anspruch genommenen Arbeitskräfte zur Verfügung gestellt werden, haben sich zum großen Teile in ihre neue Tätigkeit recht gut hineingefunden, und manche Landwirte denken schon mit Sorge daran, daß ihnen ihre liebgewordenen, munteren und arbeitsfreudigen Jungmannen bald wieder genommen werden könnten. Diese Sorge ist gegenstandslos. Wie das Kriegswirtschaftsamt für die Rheinprovinz mitteilt, richtet sich die Hilfe der Jungmannen, sowohl was die Zeit als auch den Umfang der Arbeitshilfe angeht, ganz und gar nach den Bedürfnissen der einzelnen Wirtschaft, in der sie beschäftigt sind. Den in landwirtschaftlichen Betrieben tätigen Jungmannen wird unbeschränkter Urlaub erteilt.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Zur Eindämmung des Unfugs auf dem Bonner Wochenmarkt, Ware zurückzuhalten, um sie weit über den Höchstpreis an besonders zahlungsfähige Hausfrauen zu verkaufen, hat unser Oberbürgermeister mit sofortiger Wirkung eine Verordnung erlassen, die hoffentlich mit diesem nicht zuletzt durch einen Teil der Bürgerschaft selbst geförderten Mißstande aufräumt. Die von Herrn Beigeordneten Piehl unterzeichnete Verordnung, die wir heute im Anzeigenteile zur Veröffentlichung bringen, verbietet die Zurückhaltung noch vorhandener Ware. Die Verordnung stellt den Grundsatz auf, daß Ware, die nach dem Ankauf von dem Käufer nicht sofort mitgenommen wird, als unverkauft gilt und auf Verlangen jedem anderen Käufer zu überlassen ist. Wer gegen diese Verordnung verstößt, dem wird eine Strafe bis zu sechs Monaten Gefängnis oder Geldstrafe bis zu 1500 Mk. angedroht. Auch werden im Falle der Uebertretung dieser Verordnung die gesamten Vorräte der betreffenden Marktbezieher unverzüglich zu Gunsten des Kommunalverbandes des Stadtkreises Bonn beschlagnahmt. Man darf von unseren Bonner Hausfrauen, die während des Krieges auf dem Gebiete der Wohlfahrtspflege, im Krankendienst usw. sich so ausgezeichnet bewährt haben, sowie auch von den hochgelöhnten Munitionsarbeiterinnen erwarten, daß sie nach dem Erlaß dieser Verordnung die Verkäufer nicht mehr durch höhere Angebote verlocken, kleineren Beamten- und Arbeiterfrauen, die auch gerne Gemüse und Obst kaufen, ihre Ware zu verweigern. Die Parole „Durchhalten“ berührt doch zweifellos in erster Linie die mittlere und ärmere Bevölkerung. Diesem Teile der Bürgerschaft kraft günstigerer Einkommensverhältnisse die Möglichkeit zu beschneiden, auf dem Wochenmarkte Ware zu erwerben, ist im höchsten Grade unpatriotisch. Es ist dies eine Erscheinung, die verbitternd wirkt. Sie muß daher unter allen Umständen aus unserem Marktverkehr verschwinden. Wir hoffen aber auch, daß die Marktbezieher selbst nach Erlaß dieser Verordnung einsichtig genug sein werden, die Dinge nicht auf die Spitze zu treiben. Selbstverständlich ist es erforderlich, daß man in Köln, Düsseldorf, Essen, Dortmund usw. mit der gleichen Schneid die Interessen der weniger kaufkräftigen Bürgerschaft zu schützen sucht und den Marktbeziehern kein Ventil offen läßt. Nur volle Solidarität aller rheinischen Städte kann es ermöglichen, daß die Wirkung dieser neuen Verordnung nicht doch noch zuschanden wird.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Unsere Marktpolizei. In der jüngsten Zeit waren unsere Marktverhältnisse wiederholt Gegenstand der öffentlichen Erörterung. Es wurde sowohl den Verkäufern wie auch einem Teile der Käuferinnen sehr ernst ins Gewissen geredet, um geordnete Zustände herbeizuführen. Eines Hauptfaktors hat man hierbei jedoch bisher nicht gedacht. Und dies ist unstreitig unsere Marktpolizei. Die Beamten der Marktpolizei üben ihren Dienst seit vielen Jahren aus, sie stehen in einem fast familiären Verhältnis zu den Marktbeziehern, mit welchen sie täglich dienstlich zu arbeiten haben. Da ist es denn ganz natürlich, daß im Laufe der Zeit die Schneid und die Autorität der Marktpolizei etwas Einbuße erleidet.
Wenn ein Verhältnis zwischen Marktbeziehern und Bürgerschaft Platz greift, wie es gegenwärtig leider eingetreten ist, dann hat die Marktpolizei einen überaus schwierigen Stand. Es ist selbstverständlich, daß die Marktpolizei gegenüber den Marktbeziehern jede unnötige Härte zu vermeiden hat und daß eine loyale Handhabung der Marktpolizeibestimmungen dazu beiträgt, die Eintracht auf dem Markt zu fördern. Aber das Verhältnis der Marktpolizei zu den Marktbeziehern darf über diese Grenze nicht hinausgehen.
In der Bürgerschaft wird nun die Ansicht vertreten, daß unsere Marktpolizei ganz und gar mit den Bauern hielte. Ob diese Auffassung zutreffend ist, muß von maßgebender Stelle beurteilt werden. Ist diese Auffassung berechtigt, dann sind solche Beamte namentlich in der jetzigen Zeit nicht an ihrem Platze und müssen durch solche Beamten ersetzt werden, zu denen man das Vertrauen hat, daß sie ihres dienstlichen Amtes in völliger Unparteilichkeit walten. Es muß eben alles geschehen, was dazu beiträgt, geordnete Zustände auf unserem Wochenmarkte herbeizuführen. Deshalb möge unser verehrliches Oberbürgermeisteramt auch diese Frage einer geneigten Prüfung unterziehen. Ein alter Bonner.
Städtischer Marktverkauf. Wäre es nicht möglich, in der jetzigen Zeit mehrere Verkaufsstände auf dem Wochenmarkt einzurichten, um das stundenlange Wartenlassen der in der Hitze gequälten Hausfrauen abzukürzen? Eine praktische Hausfrau.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Sprechsaal“)
Zirkus Pierre Althoff, einer der bestbekannten Zirkus-Unternehmen Rheinlands, veranstaltet ab 23. dieses Monats, abends 8 Uhr, eine Reihe von Vorstellungen auf dem Adolfsplatze. Während der Kriegszeit ist dies das erste Zirkus-Unternehmen, welches Bonn besucht und ist infolgedessen wohl sicher anzunehmen, daß der Besuch, der für Bonn nur auf kurze Zeit bemessenen Vorstellungen ein recht reger sein wird. Wohl leben wir in einer traurigen, ernsten Zeit, aber gerade deshalb bedarf der Mensch, der durch allerhand Sorgen niedergedrückt ist, auch einmal vorübergehend einer Aufheiterung, um die Gedanken vom Kriegselend mit Gewalt fortzureißen, sich vorzutäuschen, daß wir noch in der längstverflossenen schönen Zeit vor dem Kriege leben. Der Bestand aller Zirkusse hat unter der Kriegszeit selbstredend ebenso gelitten, wie alle anderen Geschäfte. Das beste Pferdematerial wurde militärisch requiriert und Tausende von Künstlern stehen an der Front, um ihr Vaterland zu beschützen. Hunderte dieser Künstler haben sich für Tapferkeit vor dem Feinde das Ehrenzeichen des Eisernen Kreuzes erworben und manche wurden zum Offizier befördert für hervorragende tapfere Tat. Wir wünschen dem Zirkus P. Althoff recht gute Erfolge in Bonn.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Freitag, 22. Juni 1917
Brotversorgung. Bei der heißen Witterung ist das aus dem hoch ausgemahlenen Mehl hergestellte Brot sehr leicht verderblich und verträgt keine längere Aufbewahrung. Es ist daher zu empfehlen, nicht den ganzen Wochenbedarf schon zu Anfang der Woche aus den Bäckereien zu entnehmen. Die Bäcker werden gebeten, sich die Ausführungen über das als Kartoffelersatz abzugebende Brot unter der Ueberschrift Kartoffeln anzusehen und danach zu handeln. […]
Fett. Im Laufe der nächsten Woche werden 80 Gramm Margarine und 30 Gramm Butter verabfolgt.
Kartoffeln. In der kommenden Woche werden auf die Kartoffelkarte drei Pfund Kartoffeln ausgegeben, für Schwerarbeiter auf die Zusatzkartoffelkarte weitere 3 Pfund.
Als Ersatz für die fehlenden Kartoffeln werden ausgegeben auf Warenkarte Nr. 95 ein halbes Pfund Brot und auf die Zusatzwarenkarte für Schwerarbeiter Nr. 39 ein weiteres Viertelpfund Brot. Da die Reichskartoffelstelle als Ersatz für fehlende Kartoffeln nur Roggenmehl liefert, aber mit Roggenmehl im Haushalt nur wenig anzufangen ist, wird statt Mehl Brot ausgegeben. […]
Gemüse. Bei fortgesetzt günstiger Witterung kann mit einem Ueberschuß an Gemüse gerechnet werden. Sorge der Hausfrauen muß es sein, alles und jedes, auch Abfälle von Gemüse, dem Verbrauch zuzuführen und für die gemüseknappe Zeit zu erhalten. Es ist dringend anzuraten, schon jetzt für die notwendigen Gefäße und Geräte zum Einmachen, Gläser, Töpfe, Fässer usw. zu sorgen, damit sie zur Einmachzeit bereitstehen. […]
(Bonner Zeitung, Rubrik „Nachrichten des Lebensmittelamts der Stadt Bonn.“)
Kölner Boor und Arndt-Eiche. Aus Köln, 21. Juni, wird uns berichtet: Aus Anlaß der dritten Geburtstagsfeier des Kölner Kriegswahrzeichens des „Kölschen Boors“ sind dessen Stifter neben zahlreichen Glückwünschen erhebliche Spenden für die Kriegswaisenfürsorge zugegangen, darunter eine persönliche Stiftung des Oberbürgermeisters Wallraf von Köln. Der „Kölsche Boor“ hat bisher über 1.125.000 Mark für die Kriegswitwen und –Waisen aufgebracht und über 3½ Millionen an Goldgeld und Altgold der Reichsbank überweisen können. (Die Bonner Arndt-Eiche erbrachte 90.000 Mark.)
Bismarckfeier. Trotz des heftigen Gewitterregens am gestrigen Abend wurde die Bismarckfeier der Bonner Studentenschaft an der Bismarcksäule in der Gronau in vorgesehener Weise abgehalten. Im geschlossenen Wagen fuhren die Vertreter der Studentenschaft, Rektor und Mitglieder des Senats vom Universitätsgebäude zur Gronau. An der Bismarcksäule angelangt, entrollten die Studenten ihre Fahnen, worauf stud. theol. cath. Krawinkel vom Verein katholischer Theologen eine Ansprache hielt, in der er Bismarck als den Gründer und Gestalter des deutschen Reiches und als politisches Genie feierte. Auch heute noch sei Bismarck’scher Geist in unserer deutschen Seele lebendig. Obwohl wir jetzt von aller Welt verlassen und verlästert seien, werde und müsse die Besinnung über die bodenlose Ungerechtigkeit wider uns doch bei unseren Gegnern kommen. Redner legte sodann im Namen der Bonner Studentenschaft einen Kranz an der Säule nieder.
Rektor Geheimrat Ribbert nahm sodann das Wort. Er wies darauf hin, daß schon wegen der geringen Zahl der Studierenden von lautem Gepränge, Fackelzug und rauschender Musik in diesem Jahre abgesehen werden müsse. Die Studentenschaft trage damit zugleich dem Ernst des Krieges Rechnung, denn während die Kommilitonen draußen kämpften, litten und bluteten, sei eine frohe Feier nicht am Platze. Den großen Kanzler würde Freude, Befriedigung und Stolz erfüllen, wenn er heute sehen könne, wie glänzend unser von ihm geeintes Deutschland in beispiellosem Ringen seine Feuerprobe bestehe, mit welcher Begeisterung das ganze Volk in allen seinen Stämmen den Fahnen gefolgt sei, welche gewaltigen Siege es erringe und wie es mit voller Gewißheit sagt, daß der endgültige Erfolg ihm gehöre. Aus Bonn allein seien gegen 4000 Studenten noch im Felde und unter den Anwesenden wären sehr viele, die schon draußen waren und mehr oder weniger kriegsbeschädigt ihre Studien fortsetzten. Weit über 400 Studierende hätten schon heute ihre Liebe zum Vaterlande mit dem Tode besiegelt. Redner hofft, daß die durch Blut besiegelte Einigkeit unter den Studierenden dauernd erhalten bleibt und daß diese Einigkeit auch später in das öffentliche Leben hinüber genommen wird. In das dreifache Hurra, das Rektor Ribbert zum Schlusse seiner trefflichen Worte der Zukunft unseres Volkes und des Deutschen Reiches mit seinem Kaiser an der Spitze ausbrachte, stimmten die Anwesenden begeistert ein. Nach Beendigung der Feier fuhren die Teilnehmer in offenen Wagen zur Universität zurück.
Höchstpreise für Obst im Kleinhandel auf dem Bonner Wochenmarkt. Man schreibt uns: Seitdem die Oeffentlichkeit sich mit der Frage der Höchstpreis-Ueberschreitungen bei Obst usw. befaßt, kommt fast gar kein Obst, wie Erdbeeren, Kirschen und Stachelbeeren, mehr auf den Markt. Wo bleibt das Obst nun eigentlich? Es ist doch genug da und die anhaltende warme Witterung hat es auch frühzeitig zur Reife gebracht. Die Antwort hierauf liegt klar auf der Hand: in erster Linie wird der größte Teil dieses Obstes, sogar waggonweise, leider zum Nachteil der hiesigen Einwohner mit der Bahn usw. nach auswärts verschickt. Ein großer Teil bleibt aber immer noch am Orte selbst, der dann von den sogenannten Ueberpreiszahlern, die den Höchstpreis aus sich heraus überbieten, nur um die Ware an sich zu reißen, am Hause der Züchter größtenteils abgeholt wird. Unter diesen Umständen wird unser Markt kaum noch mit Obst beschickt. Kirschen kamen in der letzten Zeit überhaupt nicht mehr auf den Markt. Nachdem nun bis Mittwoch den 20. Juni incl. der Höchstpreis für süße weiche Kirschen auf 55 Pfg. für das Pfund festgesetzt war und jetzt außer Kraft ist, kamen gesern auch wieder Kirschen auf den Markt, aber zu welchem Preise? Es wurden schlankweg eine Mark und fünfzig Pfennig für das Pfund verlangt und größtenteils auch anstandslos von reichen Leuten bezahlt. Also mit ca. 200 Prozent über den bis zum 20. ds. Mts. geltenden Höchstpreis. Mit Strauchbohnen und dicken Bohnen war es ein ähnliches Verhältnis. Für ein Pfund Strauchbohnen wurden eine Mark und fünfzig Pfennig und für ein Pfund dicke Bohnen in Schoten 75 Pfennig verlangt und bezahlt. Bei solch unverschämt hohen Preisen ist es nun dringend nötig, daß sofort neue Höchstpreise für Obst usw. festgesetzt werden und eine scharfe Aufsicht von allen Seiten geübt wird, damit dieses verwerfliche wucherische Treiben mal endlich ein Ende nimmt. Hoffentlich wird u. a. auch die gestern von unserem Herrn Oberbürgermeister herausgegebene Verordnung betr. Kleinhandelsverkauf von Gegenständen auf den Wochenmärkten im Stadtkreise Bonn zum großen Teil dazu beitragen, daß auf unserem Wochenmarkte wieder geordnete Verhältnisse eintreten.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Beuel, 21. Juni. […] Unterhalb der Pappel-Allee geriet ein Junge von 12 Jahren beim Baden zu weit in den Strom und verschwand in den Wellen. Ein mitbadender russischer Gefangener sprang dem Jungen nach, um ihn zu retten, mußte aber die mutige Tat mit dem Leben bezahlen. Die Leichen sind noch nicht gefunden.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Von Nah und Fern.“)
Die Kartoffelerzeuger im Stadtbezirk Bonn werden durch Bekanntmachung des Oberbürgermeisters verpflichtet, ihre den Eigenbedarf übersteigenden Kartoffelmengen an die Stadt abzuliefern. Vor dem 27. Juni dürfen keine Frühkartoffeln geerntet werden.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Samstag, 23. Juni 1917
Brotmarken sind in der letzten Zeit mehrfach Kindern weggenommen worden, erst vorgestern wieder in der Rathausgasse einem sechsjährigen Mädchen, das zum Einkauf eines Brotes geschickt worden war. Eine Frau hielt das Kind an, bewunderte scheinbar seine Geldbörse und nahm dabei das Geld und die Brotmarke heraus, ohne daß das Kind es gewahr wurde. Die Eltern mögen ihre einkaufenden Kinder genau anweisen, nicht fremden Leuten zu vertrauen.
Zehn Kaninchen und 16 Stück Federvieh hatte vorigen Herbst ein beurlaubter Unteroffizier, der später auch fahnenflüchtig geworden ist, bei vier Einbruchdiebstählen in Beuel und Umgegend gestohlen. Er wurde gestern von der Strafkammer zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Schuhmacher aus Beuel, der sich zwei Kaninchen hatte schenken lassen, erhielt wegen Hehlerei drei Monate Gefängnis, seine Schwester, die die beiden Kaninchen gebraten hatte, eine Woche.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Beigeordneter Piehl über unsere Ernährung. Der Einladung unserer Stadtverwaltung zu einem hauswirtschaftlichen Vortrag waren unsere Hausfrauen so zahlreich gefolgt, daß der große Festsaal des Bürger-Vereins die Besucherinnen kaum fassen konnte. Herr Baurat Piehl begrüßte die Hausfrauen mit herzlichen Worten und betonte, daß gar viele Frauen den Ernst der Zeit leider noch immer nicht erkannt hätten, und es nicht verständen, sich auch in der Ernährungsfrage dem großen Ganzen unterzuordnen. Die Großzügigkeit unserer Ernährungswirtschaft werde durch jede Sonderversorgung untergraben; zudem werde dadurch Unzufriedenheit in den weniger bemittelten Kreisen erweckt. Schleichhandel und Preiswucher müßten unbedingt von den Hausfrauen bekämpft werden. Auch müßten unsere Hausfrauen die städtische Verwaltung in der Durchführung der Höchstpreise unterstützen. Namentlich müsse dies auf dem Wochenmarkt geschehen, wo gegenwärtig die größten Unzuträglichkeiten herrschten. Beigeordneter Piehl betonte ausdrücklich, unsere Hausfrauen hätten die Pflicht, der Behörde jede Uebertretung der Höchstpreise zur Kenntnis zu bringen. Es könne dies ohne Scheu geschehen, da ihr Name bei dem anhängig werdenden Strafverfahren nicht genannt werde.
Frau Winterschuldirektor Caspers aus Kempen gab eine sehr anschauliche Darstellung über zeitgemäßes Kochen und die Verwertung von Gemüse und Obst. Natürlich können wir über einen derartigen Vortrag, der von unseren Hausfrauen angehört werden muß, um in seinen Einzelheiten praktisch nachgeachtet zu werden, an dieser Stelle nicht näher berichten. Die anwesenden Hausfrauen dankten der trefflichen Rednerin durch lebhaften Beifall. Auch wurde von Bonner Hausfrauen mancherlei zur Kenntnis gebracht, was für die Kriegswirtschaft am Herd von Wert ist.
Im Verlaufe der Erörterungen wurde auch ausdrücklich anerkannt, daß unsere Lebensmittelversorgung in Bonn gut geregelt sei, ganz besonders im Verhältnis zu den Verpflegungszuständen in gar manchen anderen Gemeinden.
Plakate oder sonstige Ankündigungsmittel für Schaustellungen jeder Art, ferner Reklamen in Bildform oder in auffälliger Schriftart, dürfen außer an öffentlichen Anschlagsäulen nur vor denjenigen Gebäuden, in denen die Schaustellungen stattfinden, angeschlagen oder angebracht werden. Die Anzeigen dieser Unternehmungen in den Zeitungen dürfen keinerlei bildliche Darstellungen enthalten. Ferner ist das Anschlagen, Auslegen, Aushängen oder Ausstellen von Karten und Plänen von Stadt-, Eisenbahn-, Hafen- und Fabrikanlagen an allen öffentlichen Orten verboten.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Sonntag, 24. Juni 1917
Arndt-Eiche in Eisen. Die Einnahme der Arndt-Eiche in Eisen, die vor der letzten Werbetätigkeit sich auf annähernd 90.000 M. belief, hat sich dank der rührigen Tätigkeit des Werbeausschusses inzwischen auf rund 94.400 Mark erhöht. Somit hat sich die Einnahme schon etwas mehr der Summe von 100.000 M. genähert; es wäre zu begrüßen, wenn die Zuwendungen für die so zeitgemäßen Zwecke der Arndt-Eiche weiter anhalten würden.
Durch freundliches Entgegenkommen des Bonner Hilfsausschusses für Truppen ist mit den liebenswürdigen Sammlerinnen, welche in anerkennenswerter Weise Mittwochs und Sonntags in Bonn für die Zwecke des Roten Kreuzes die Gaben sammeln, ein Abkommen getroffen, daß diese Damen für die nächsten drei Monate ihre Sammlung zugunsten der Arndt-Eiche in Eisen vornehmen. Wir bitten unsere Mitbürger, nicht nur wie bisher die Sammlung der verehrten Damen durch reiche Spenden zu unterstützen, sondern wenn möglich in Anbetracht des so überaus wichtigen Zweckes der Arndt-Eiche in Eisen die Spenden noch zu erhöhen.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Vom Wochenmarkt. Man schreibt uns: Auf dem Wochenmarkte verlangte gestern eine Verkäuferin M. 1.20 für das Pfund Kirschen, als sie von einer Frau danach gefragt wurde. Diese wandte sich an den nahebei stehenden Polizei-Beamten und machte ihm Mitteilung davon mit dem Bemerken, daß der Höchstpreis 42 Pfennig für das Pfund sei. Sie bat ihn, ihr zu ihrem Recht zu verhelfen. Er tat dies in sehr zuvorkommender Weise, indem er der Verkäuferin ein eben abgewogenes Pfund Kirschen aus der Hand nahm und der Frau gegen Zahlung von 42 Pfennig überreichte. Die Händlerin wurde unter allgemeinem Beifall von dem Beamten notiert und auch eine Anzahl Personen, welche 1,20 Mark für das Pfund hatten zahlen müssen. Viele der anwesenden Hausfrauen sprachen ihrer tapferen Kollegin ihre Anerkennung aus.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Dem Zirkus Pierre Althoff, welcher bis Dienstag in Wiesdorf gastierte, wurde das große Zuschauerzelt vom Sturm total zerrissen und sogar ein Wagen zertrümmert, so daß das Unternehmen großen pekuniären Schaden erlitt. Die größte Schwierigkeit hatte man mit der leihweisen Beschaffung eines anderen Zeltdaches, was erst nach tagelangem Bemühen gegen hohe Bezahlung gelang. Trotz eifrigen Arbeitens ist es doch nicht gelungen, mit den Zirkus-Aufbauten zu beabsichtigten Zeit für Bonn fertig zu werden, so daß die Samstag-Abend-Vorstellung ausfallen muß. Die Eröffnungs-Vorstellung findet demnach am Sonntag nachmittag 4 Uhr statt. Dem Unternehmen ist ein reger Besuch seiner nur auf wenige Tage hierorts bemessenen Vorstellungen sehr zu wünschen.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Montag, 25. Juni 1917
Im hiesigen Unabhängigen Ausschuß für einen deutschen Frieden sprach Samstag abend Geheimrat Busch aus Marburg über „Kriegs- und Friedensfragen in Geschichte und Gegenwart“. Er gedachte zu Beginn mit herzlichen Worten der ungeheuren Leistungen unserer Feldgrauen und ihrer Führer sowie der großen Hingabe, mit der unsere Blauen den Ubootkrieg führen. Wir wünschen den Frieden, sind aber, da unsere Feinde unser Friedensangebot abgelehnt haben, gezwungen, weiter den Kampf um unser Dasein zu führen. Wir stellen nicht, wie unsere Feinde, Kriegsziele auf, die nur mit weiteren ungeheuren Blutopfern verwirklicht werden können, verlangen aber, daß der Friede den gebrachten Opfern entspricht und uns für die Zukunft sichert. […]
Es denkt niemand daran, in unsern Nationalstaat größere nationalfremde Bestandteile aufzunehmen, aber wie jetzt die modernen Festungen im Vorgelände verteidigt werden, so könnte in einem künftigen Kriege auch für die Verteidigung unseres Reiches ein Vorgelände vorhanden sein. Für Belgien muß das gelten, was Bismarck 1864 für Schleswig-Holstein bestimmte: es darf in Zukunft keine deutschfeindliche Politik treiben, seine günstige maritime Lage darf dem Deutschen Reiche nicht schädlich werden. Im Nordosten gilt es die Befreiung und Sicherung alter deutscher Kultur, die Gewinnung von Siedlungsland. Auf Kriegsentschädigung dürfen wir nicht verzichten; sie kann ja zum Teil in Rohstoffen und in wirtschaftlicher Arbeit gezahlt werden. […]
Der Vortrag wurde von der zahlreich besuchten Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Zu Beginn begrüßte Geheimrat Dyroff die Erschienenen und legte kurz die Ziele des Unabhängigen Ausschusses dar: keine Annektionen, aber starke, gesicherte Grenzen, würdevolles Auftreten gegenüber den neutralen und feindlichen Nationen, kein Nachlaufen. Die Entwicklung der Friedensvorbereitungen habe gezeigt, daß der Unabhängige Ausschuß auf dem richtigen Wege sei.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)
Das Kriegsgericht Bonn hielt am Donnerstag […] eine Sitzung ab. […] Die 27jährige Dienstmagd Katharina Schw. aus Altendorf im Kreise Ahrweiler, die mit einem kriegsgefangenen Russen in einem unerlaubten und gegen die guten Sitten verstoßenden Verkehr gestanden hatte, wurde mit zwei Wochen Gefängnis bestraft. – Gegen eine Ehefrau R., deren Mann im Felde ist und gegen die eine ähnliche Anklage vorlag, mußte wegen Mangel an Beweis Freisprechung erfolgen. - […]
Einer schweren deutschfeindlichen Aeußerung in zwei Fällen war der Ingenieur Wie. aus Godesberg angeklagt, die er in einer dortigen Wirtschaft im Februar und April dieses Jahres begangen haben soll. Nach der eidlichen Vernehmung von drei Zeugen, von deren Aussagen ihn zwei schwer belasteten, wurde das Verfahren gegen ihn bis zum 13. Juli ausgesetzt, um noch einen weiteren Zeugen hinzuzuziehen.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Der Zirkus P. Althoff hatte zu seiner gestrigen Eröffnungsveranstaltung einen derartig gewaltigen Zuschauerstrom, daß es einfach unmöglich war, alle Schaulustigen einzulassen. Auch die Abendvorstellung fand bei ausverkauften Plätzen statt. Die Leistungen rechtfertigten vollauf den Ruf, der dem Unternehmen voraufging. Dies gilt in weit höherem Maße, wenn man bedenkt, welche Einschränkungen die Kriegszeit auch diesen Unternehmungen auferlegt hat. […] Wer sich in den heutigen Tagen einige Stunden froher Unterhaltung verschaffen will, und hierfür eine angemessene Form sucht, dürfte dies in einem Besuch bei Althoff finden.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Dienstag, 26. Juni 1917
Goldsammlung durch die Banken. Mit Rücksicht auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Goldschmuck- und Juwelensammlung für die glückliche Beendigung des Krieges und die Ernährung unseres Volkes haben die sämtlichen hiesigen Banken sich in uneigennütziger Weise zur Mitarbeit bereit erklärt, daß sie ab 1. Juli während der Geschäftsstunden Goldschmucksachen, Perlen und Juwelen für die hiesige Goldankaufstelle entgegen nehmen. Sie erteilen über die Ablieferungen vorläufige Quittungen und händigen nach Prüfung und Abrechnung der Goldsachen durch die Goldankaufstelle den baren Gegenwert sowie die eisernen Gedenkmünzen aus.
Die Goldankaufstelle hat ferne eiserne Armreifen beschafft. Jede 10. Spenderin erhält einen solchen als Erinnerungszeichen.
Kohleversorgung der gewerblichen Betriebe. Der Reichskommissar für Kohlenverteilung erläßt eine Bekanntmachung, durch die für alle gewerblichen Verbraucher von Kohle, Koks und Briketts mit einem monatlichen Verbrauch von zehn Zentnern und darüber Meldepflicht eingeführt wird. Die erste Meldung muß in der Zeit vom 1. bis 5. Juli erfolgen. Die Anmeldekarten sind bei der örtlichen Kohlenstelle zu haben, diese erteilt auch Auskünfte.
Der Bezugsschein als Erzieher. Wie alle Einrichtungen im staatlichen wie im wirtschaftlichen Leben, übt auch das Bezugsscheinverfahren Wirkungen verschiedener Natur. Nicht nur daß der Bezugsschein in volkswirtschaftlicher Hinsicht eine Aufgabe von außerordentlicher Wichtigkeit zu erfüllen hat, er ist auch als Erziehungsmittel von nicht zu unterschätzender Bedeutung. In Friedenszeiten hat es eine ganze Menge Leute gegeben – namentlich unter der weiblichen Bevölkerung -, die es sich zur Gewohnheit machten, bei ihren Einkäufen jeder Laune zu folgen. Sie kauften, was ihnen gerade gefiel, ohne sich zu fragen, ob ein zwingendes Bedürfnis vorliege. Das ist heute anders geworden. Jeder ist verpflichtet, vor Anforderung eines Bezugsscheines sich selbst die Frage vorzulegen, ob der beabsichtigte Einkauf in der Tat notwendig sei. Denn man weiß, daß man in anderen Fällen von den Beamten der Bezugsscheinstellen, die nach genau festgelegten Vorschriften handeln, unweigerlich zurückgewiesen wird. Gerade die Schwierigkeiten jedoch, mit denen wir heute im wirtschaftlichen Leben zu kämpfen haben, lehren uns, daß einmal erworbene Besitztum doppelt zu schätzen. Sie mehren auch die Freude an dem Besitz und veranlassen uns, die Gegenstände, die zu unserem täglichen Bedarf gehören, in erster Linie unsere Kleidungsstücke, mit besonderer Sorgfalt zu behandeln. Wir erkennen heute, daß Vieles in unserem Leben, was uns früher selbstverständlich erschien, durchaus nicht ohne weiteres als selbstverständlich zu betrachten ist, und diese Erkenntnis erhöht unser Verständnis für den Wert der Dinge, die zu unserem täglichen Leben gehören. Leute, die früher mit ihren Anzügen nachlässig umzugehen pflegten, stellen heute in dieser Beziehung vielfach Muster der Ordnung und Sauberkeit dar. So regelt der Bezugsschein nicht nur die Verhältnisse auf dem Textilwarenmarkt, sondern übt auch erzieherische Wirkungen, die nach dem Kriege nicht schwinden dürften.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)
Schuhsohlen mit Metallüberzug. Die Mittel, durch die man Schuhsohlen haltbarer zu machen sucht – aufgesetzte Flecke aus Leder oder Metall – erfüllen zwar ihren Zweck, die Lebensdauer der Sohlen zu verlängern. Allein es haften ihnen zwei Uebelstände an: Sie sind beim Gehen unbequem und wirken verderblich auf Fußböden, Linoleumbeläge und Teppiche. M. U. Schoop, der bekannte Erfinder des „Metallspritzverfahrens“, hat sie nun durch etwas erheblich Besseres zu ersetzen verstanden. Nach dem Metallspritzverfahren können Sohlen aus Leder, Holz oder Pappe mit einem sehr fest haftenden Ueberzuge aus Aluminium oder Eisen versehen werden; sie sind dann natürlich sehr viel haltbarer als sonst, dazu auch wasserdicht, ohne daß die Behandlung ihre Biegsamkeit und Geschmeidigkeit verringerte. Auch das Gewicht wird nicht nennenswert erhöht, und da ihre Oberfläche glatt bleibt, werden Fußböden und Bodenbeläge von ihnen nicht stärker angegriffen als von gewöhnlichen Ledersohlen. [...] DieSchoopschen Metallspritzeinrichtungen sind in letzter Zeit so weit verbessert worden, daß ihre Handhabung in der Schuhmacherwerkstatt kaum noch auf Schwierigkeiten stoßen dürfte.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Zur Frage der Erhöhung der Milchpreise ist in letzter Zeit viel geschrieben und gesprochen worden, das meiste freilich vertritt den Standpunkt des Städters und zeigt völlige Unkenntnisse der landwirtschaftlichen Verhältnisse. Es ist viel die Rede gewesen von der Notwendigkeit besseren Verstehens zwischen Stadt und Land. Wie nötig das ist, zeigt auch die in den Städten herrschende Ansicht über die Milchpreise. Aufklärung zu schaffen bezwecken nachstehende Ausführungen: Nicht die Preise der Futtermittel allein sind die Ursache der Erhöhung der Milchpreise. Beschränkung der Futtermittel, besonders des Kraftfutters und Erhöhung der Preise vermindern selbstverständlich die Erzeugung und steigern die Preise ganz abgesehen von den Mehrkosten der Wartung und Pflege. Der Ausfall an Milch und Menge wird aber durch die höheren Preise dem Landwirt ersetzt. In ganz anderem Maße wie durch die Preise der Futtermittel werden aber die Milchpreise durch die Viehpreise beeinflußt. Für das der gesamten Bevölkerung zu Schlachtzwecken von den Landwirten zur Verfügung zu stellende Rindvieh sind Höchstpreise festgesetzt. Welche Preise jedoch der Landwirt für eine Milchkuh zu zahlen hat, ist in keiner Weise beschränkt. In dieser Beziehung ist der Landwirt allein vom freien Handel abhängig. Seit Jahr und Tag liegen die Verhältnisse so, daß der Landwirt zwar vom Viehhändler Milchkühe zu unbeschränkten Preisen kaufen darf, diese Kühe aber, wenn sie abgemolken sind, zu festgesetzten Höchstpreisen als Schlachtvieh verkaufen muß. Der vom Milchwirtschaft treibenden Landwirt zu tragende Unterschied zwischen An- und Verkauf beträgt seit Jahr und Tag mindestens 500 Mark für die Kuh. Daß diese 500 Mark neben Futterkosten, Wartung usw. aus einer Kuh herauszumelken sind, dürfte manchem bei seiner Meinung über die Erhöhung der Milchpreise völlig entgangen sein. Tatsache ist, daß zum Beispiel reine Abmelkwirtschaften bei einem Literpreise von 0,36 Mark 0,15 – 0,17 Mark zusetzen. Es dürfte sich vielleicht empfehlen, daß der Stadtsäckel oder besser gesagt die milchverbrauchenden Gemeinden dazu beitragen sollen, zumal der ärmeren Bevölkerung Milch zu möglichst billigen Preisen zu verschaffen. Dem Notschrei nach billiger Milch sei da vom Standpunkt des Landwirts als Echo entgegengesetzt, „verschafft uns Landwirten Milchvieh zu annehmbaren Preisen“.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Mittwoch, 27. Juni 1917
Ernteurlaub für Rekruten. Aus militärischen Gründen war eine Zurückstellung sämtlicher Landwirte des Jahrgangs 1899 bis zum 1. Oktober nicht möglich. Die Ausbildung der eingezogenen Mannschaften wird aber in einer Weise erfolgen, daß die Beurlaubung von Landwirten zu der zeitlich verschieden beginnenden Ernte durchführbar wird. Es können daher auch für die jetzt eingezogenen Rekruten der Landwirtschaft Gesuche um Erteilung von Ernteurlaub eingereicht werden, und zwar wie alle derartigen Gesuche bei dem zuständigen Polizeirevier.
Keine Sammelbüchsen mehr! Bekanntlich ist der Kleingeldmangel auch dadurch verschärft worden, daß an vielen Orten aufgestellte Sammelbüchsen nicht regelmäßig geleert worden wind. Nachdem schon vor einigen Monaten von seiten der Reichsfinanzverwaltung auf die beschleunigte Entleerung von Sammelbüchsen und Automaten im Interesse unseres Kleingeldverkehrs hingewiesen worden war, sind nunmehr von der preußischen und von verschiedenen anderen Bundesregierungen die nachgeordneten Behörden angewiesen worden, für die nächste Zeit, etwa bis zum 1. August d. J., das Aufstellen von Sammelbüchsen in Gastwirtschaften, Läden usw. zu verbieten und die bisher hierzu erteilten Genehmigungen ausdrücklich zurückzunehmen. Die aufgestellten Büchsen sind alsbald zu entleeren. Verstöße hiergegen sind je nach Lage des Falles auf Grund des § 11 der Verordnung des Bundesrats vom 15. Februar 1917 mit Geldstrafe oder mit Gefängnis strafbar; der Ertrag der Sammelbüchsen kann zur Staatskasse eingezogen werden. Sammlungen im Umherziehen aus bestimmten Anlässen sollen hierdurch nicht beeinträchtigt werden, sofern Sicherheit gegeben ist, daß die gesammelten Münzen auch sofort wieder in den freien Verkehr gebracht werden.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)
Wie die festgesetzten Höchstpreise für einzelne Waren auf unserem Wochenmarkte umgangen werden, ohne sich strafbar zu machen. Man schreibt uns: Seit einigen Tagen kann man auf unseren Wochenmarkte beobachten, wie grüne Erbsen und dicke Bohnen fast ausschließlich nur noch literweise und zu verhältnismäßig sehr hohen Preisen verkauft werden. Der Höchstpreis für dicke Bohnen mit Schoten ist auf 28 Pfennig für das Pfund festgesetzt. Nun gehen bekanntlich auf ein Liter dicke Bohnen je nach Qualität durchschnittlich 3 bis 4 Pfund, macht also im äußersten Falle zusammen 4 mal 28 Pfennig, gleich 1,12 Mark. Gestern wurden aber bis zu zwei Mark und dreißig Pfennig für das Liter verlangt und bezahlt, mithin über hundert Prozent über Höchstpreis, allerdings geht die Entschädigung für die hierauf verwandte Arbeit davon ab. Mit grünen Erbsen ist ungefähr dasselbe Verhältnis. Es scheint hiernach einzelnen Verkäuferinnen überhaupt nicht möglich zu sein, ihre Waren zu den doch sicher angemessenen Höchstpreisen zu verkaufen, sie müssen eher Ueberpreise fordern, es ist ihnen zur zweiten Natur geworden. Es wäre nun dringend nötig, daß auch dieses verwerfliche Handeln einzelner erfinderischer Verkäuferinnen auf unserem Wochenmarkte auf irgend eine Art unmöglich zu machen.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Die Anmeldung und Ablieferung der beschlagnahmten Gegenstände, insbesondere der Haushaltsgegenstände aus Kupfer, Messing, Nickel und sonstigen für Heereszwecke nötigen Metallen ist weit hinter den berechtigten Erwartungen zurückgeblieben. Es besteht daher die begründete Vermutung, daß die Ablieferungspflichtigen selbst trotz der bestehenden Strafvorschriften den betreffenden Bestimmungen nicht im vollen Umfange nachgekommen sind. Das Interesse der Landesverteidigung verlangt jedoch eine mit allen Mitteln zu beschleunigende Ablieferung aller beschlagnahmten Gegenstände. Deshalb wird in der Folge eine eingehende Nachprüfung durch vom stellvertretenden Generalkommando unmittelbar beauftragte Revisoren stattfinden.
Wer sich nach Durchführung der genannten Revision noch im Besitze von beschlagnahmten Gegenstände befunden hat, hat eine empfindliche Strafe zu gegenwärtigen. Jedoch wird darauf hingewiesen, daß bei alsbaldiger Ablieferung der genannten Gegenstände von einer Strafanzeige abgesehen wird. [...]
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Donnerstag, 28. Juni 1917
In der Anthropologischen Gesellschaft sprach Dienstag abend Professor Hübner über Aberglauben, Nerven- und Geisteskrankheiten im Kriege. Der Vortragende führte aus, daß der Aberglauben und namentlich seine Ausbeutung im Kriege zugenommen habe, besonders in Form der Gebetskettenbriefe, ferner der Schutzbriefe gegen Gefahren sei er stärker aufgetreten als im Frieden. Die Schutzbriefe seien zum Teil gedruckt und massenweise verbreitet. Ebenso habe das Wahrsager-, Gesundbeter- und Kurfuschertum trotz der dagegen getroffenen Maßnahmen sich vermehrt, daß ein Mann in gewinnsüchtiger Absicht gewöhnliches Wasser als Lourdeswasser verkauft habe. Die Persönlichkeiten der Wahrsager und Heilkundigen dieser Art seien größtenteils anrüchiger Natur. Manche von ihnen sind vorbestraft, nicht weniger wegen nervöser und geistiger Störungen behandelt worden. Der Redner meint, daß sämtliche Gebildeten, gleichgültig welchem Glauben sie angehören, sich gegen diese Ausbeutung Leichtgläubiger und Abergläubischer tatkräftig wehren müssen, wie das von Seiten sowohl der weltlichen Behörden wie von Seiten der Geistlichkeit bereits geschehen sei. Des weiteren ging Professor Hübner auf einige gerade im Kriege besonderes Aufsehen erregende Typen von Weltverbesserern, Sektierern usw. näher ein. Er zeigte, wie abnorm das Denken und Urteilen dieser Menschen ist, und warnte davor, sie als Märtyrer ihrer Ueberzeugung anzusehen. Schließlich führte Prof. Hübner noch Näheres über die Geistes- und Nervenkrankheiten im Kriege aus. Er warnte davor, die sog. Nervösen in der Oeffentlichkeit allzu sehr zu bemitleiden, weil ihnen das schade. Er zeigte, daß die Behandlungsmethoden, welche man jetzt für derartige Kranke habe, größtenteils geradezu hervorragende Ergebnisse erzielt haben. Den Arbeitgebern der Kriegsbeschädigten empfahl er, im Anfang etwas Rücksicht auf die frisch Entlassenen zu nehmen. Schließlich führte er aus, daß die im Gesetz für andere Kranke vorgesehene Kapital-Abfindung auch für diese Kranken eingeführt werden sollte.
Unwürdiges Benehmen der sog. Wandervögel. In letzter Zeit ist erneut die Beobachtung gemacht worden, daß Abteilungen der sog. Wandervögel beiderlei Geschlechts, namentlich wenn sie von ihren Wanderungen zurückkehren, durch ein dem Ernste der Zeit nicht entsprechendes Verhalten sowie durch ihre oft karnevalsmäßige Kleidung – sie tragen an den mitgeführten Lauten zahlreiche lange bunte Bänder- bei einem großen Teile der Bevölkerung Aegernis erregen; besonders finden die auf den Bahnhöfen durchreisenden Militärpersonen, namentlich die Verwundeten, das Benehmen als höchst unpassend.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)
Kino. Die Lichtspiele im „Stern“ bringen ein verfilmtes Gedicht von Henrik Ibsen: „Terje Vigen“. Der demokratische Geist des nordischen Dichters lehnt sich darin gegen die politische Unterdrückung seines Vaterlandes durch England zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf. Der scharfe Protest spiegelt sich in dem Schicksal des kühnen Lotsen Terje Vigen, der im Kampf mit den brandenden Wogen sich ebenso mutvoll zeigt. Daß eine skandinavische Filmgesellschaft es wagt, derzeit einen solchen flammenden Protest gegen ein geschichtliches Unrecht Englands gegenüber Norwegen szenisch darzustellen, entbehrt nicht des politischen Untertons. Nebenbei ist der Rahmen, die nordische See in ihrer elementaren Gewalt und wilden Schönheit, von bezwingender Wirkung. [...]
Diebstahl. [...] Ein frecher Diebstahl wurde gestern morgen gegen 11 Uhr in der Kriegsküche an der Sandkaule verübt. Eine wohl mit den Räumlichkeiten und auch den Gepflogenheiten der ehrenamtlich dort tätigen Damen stahl aus einem sog. Marktbeutel, der sich in einem verschlossenen Zimmer befunden hatte, eine Handtasche, enthaltend etwa 20 Mark, eine Straßenbahnkarte, einige Briefe und Schlüssel. Spuren von Nagelschuhen deuten darauf hin, daß die diebische Person ihren Weg durch ein wahrscheinlich nicht fest verschlossenes Fenster genommen hat. Der Dieb setzte seiner dreisten Tat durch Verschmutzung des dahinter liegenden Hofes die Krone auf.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Die Frühkartoffeln wurden in ganz vereinzelten Fällen bereits beerntet. Da der Boden genügend Feuchtigkeit besitzt, werden die Kartoffeln jetzt noch sehr an Dicke zunehmen und hält man infolgedessen überall noch mit der Ernte zurück. Die bereits ausgegrabenen Kartoffeln waren schon von ansehnlicher Entwicklung, jedoch läßt sich jetzt von dem Ausfall der Ernte noch kein abschließendes Urteil fällen. Die Aussichten sind allerdings günstig.
Die Leiche, die am 21. Juni vor der Theaterstraße gelandet wurde, ist als die einer Rentnerin aus Neuwied erkannt worden. Die Rentnerin hat vermutlich in einem Schwermutsanfall den Tod im Rhein gesucht und gefunden.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Freitag, 29. Juni 1917
Wegen des Feiertages Peter und Paul erscheint der General-Anzeiger an diesem Tag nicht.
Sendung von Liebesgaben an deutsche Gefangene in England. In Uebereinstimmung mit einem vom holländischen Roten Kreuz ausgesprochenem Wunsche wird davor gewarnt, Gaben für Gefangene in England bei privaten Firmen oder Vereinen in Holland zu bestellen, da sie zum Teil unzuverlässig, zum Teil ungeeignet für diese Tätigkeit sind. Insbesondere steht die „Erste Niederländische Reg. Aushilfs-Aktion für deutsche und österreichisch-ungarische Kriegsgefangene“ in Haag mit keiner anerkannten Organisation in irgendwelcher. Sie dient ausschließlich ihren Inhabern als Erwerbszweck, sodaß von einer Inanspruchnahme unbedingt abgeraten werden muß. Es wird dagegen dringend empfohlen, sich der von den deutschen Rote-Kreuz-Organisationen in Holland geschaffenen Einrichtungen zu bedienen, durch die es möglich ist, neun verschiedene Sorten von Paketen, enthaltend Lebensmittel, Rauchwaren und Wäsche, an die Gefangenen in England zu versenden. Ausgenommen von der Versendung sind Brot und andere Teigwaren, die nicht aus Holland ausgeführt werden dürfen. [...] Wenn auch wegen der U-Bootgefahr keine Gewähr für die Sicherheit des Transportes von Holland nach England übernommen werden kann, so bietet die Benutzung der empfohlenen Einrichtung doch den großen Vorteil, daß nicht nur die deutschen Vorräte geschont, sondern auch infolge des Einkaufens der Sachen im Großen die Preise verhältnismäßig niedrig sind. Außerdem verbürgt die Absendung der Pakete im Namen einer neutralen Rote-Kreuz-Organisation zweifellos größerer Sicherheit gegen Diebstahlgefahr, als wenn die Pakete von Privatpersonen abgesandt würden.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)
Die gemeinnützige Schreibstube zur Beschäftigung Arbeitsloser ist durch den Krieg sehr in Mitleidenschaft gezogen. Während sie in Friedenszeiten durchschnittlich 18 Stellenlose mit schriftlichen Arbeiten jeder Art, die ihr von Fabriken und Geschäften übertragen wurden, beschäftigen konnte, wurden solche Aufträge seit Kriegsbeginn nur noch spärlich erteilt. Indessen konnte die Schreibstube als Ersatz für diesen Ausfall eine Anzahl Stellenloser innerhalb ihre Geschäftsräume bei kaufmännischen Firmen vorübergehen und dauernd unterbringen. Es bleibt der Schreibstube aber immer noch ein Teil Bedürftiger übrig, die selbst in Aushülfs-Posten nicht unterzubringen sind, für die sie aber in anderer Weise besorgt bleiben muß. Es sind dies ältere stellenlose Kaufleute und Schreiber, sowie vor allem bedürftige Kriegerfrauen und Töchter von gefallenen Kriegern, die sich durch einfache schriftliche Arbeiten noch einen kleinen Nebenverdienst sichern wollen. Die Schreibstube kann aber nur dann all diesen Personen eine Beschäftigung geben, wenn sie wie in Friedenszeiten seitens der Fabriken und Firmen durch Ueberweisung von Arbeiten unterstützt wird.
(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)
Samstag, 30. Juni 1917
Am Tag nach Peter und Paul erscheint die Deutsche Reichs-Zeitung nicht.
Obstkernsammlung. Die Bonner Bevölkerung wird freundlich und dringend gebeten, auch in diesem Jahre alle zur Oelgewinnung geeigneten Obstkerne, Kirschen-, Pflaumen-, Aprikosen- und Kürbiskerne, gut gewaschen, getrocknet und nach Arten getrennt an der Sammelstelle der hauswirtschaftlichen Kriegshilfe, Am Hof 1, abzuliefern. Auf Wunsch werden die Kerne vergütet, müssen dann aber an der Sammelstelle neben dem Milchamt Dienstags, Mittwochs oder Freitags nachmittags zwischen 5 und 6 ½ Uhr abgegeben werden. Kerne, für die keine Vergütung verlangt wird, werden in der Flickschusterei, Am Hof 1, täglich angenommen.
(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)
Im Gartenbauverein hielt am Mittwoch abend Herr Professor Füchtjohann einen Vortrag über den Wald als Vorratskammer des Krieges, woran sich eine längere Aussprache schloß.
Allgemein wurde betont, daß die Kenntnis der giftigen Pilze sehr wenig verbreitet sei, sodaß man dazu neige, alle Pilze als giftig anzusehen. Man müsse als eines der Hauptkennzeichen festhalten, daß die giftigen Pilze sämtlich weiße Lamellen oder rotes Hutfutter hätten. Die Volksschulen seien am geeignetsten, Aufklärung über die Giftigkeit von Pilzen zu verschaffen. Den Schluß der Veranstaltung bildete eine Pflanzenverlosung, für die Herr W. Leyer die Pflanzen geliefert hatte.
Polizeibericht. [...] Im Hofgarten wurden in vorgestriger Nacht zwei Männer festgenommen wegen Vergehens gegen den Paragraphen 175.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)
Brotversorgung.
Auch in der kommenden Woche wird wieder Brot als Kartoffelersatz ausgegeben. Das Nähere ist unter der Ueberschrift „Kartoffeln“ bekanntgegeben.
Fleisch.
Am Samstag werden wie bisher auf die Zusatzfleischkarten Fleisch sowie Blut- und Leberwurst zu den bekannten Preisen verausgabt. Beim Einkauf von 200 Gramm Wurst ist auch die Warenkarte Nr. 104 abzugeben. Auf die Reichsfleischkarte wird am Mittwoch nächster Woche Fleisch und Fleischwurst verkauft. An diesem Tage auch Fleisch und Wurst auf die Zusatzkarten für Schwer- und Schwerstarbeiter.
Fett.
Im Laufe der nächsten Woche entfallen zusammen 60 Gramm Margarine auf die Butter- und Fettkarte. Butter kommt nicht zur Verausgabung.
Kartoffeln.
Die Kartoffelzufuhr stockt zur Zeit noch gänzlich, sodaß eine Erhöhung der Wochenmenge nicht eintreten kann. Als Ersatz für die an 5 Pfund fehlenden Kartoffeln werden ausgegeben auf Warenkarte Nr. 103 ½ Pfund Brot und auf die Zusatzwarenkarten für Schwerarbeiter Nr. 41 weitere ½ Pfund Brot.
Frühkartoffeln.
Auswärtige Frühkartoffeln sind bisher noch nicht hier eingetroffen. Die Kartoffelerzeuger des Stadtkreises Bonn müssen die geernteten Frühkartoffeln abliefern, und zwar im städtischen Kartoffellager Immenburgstraße 20. Mit dem Ankauf von Frühkartoffeln im Stadtkreise Bonn ist auch die Kartoffelgroßhandlung Vianden, Kölnstraße 7, beauftragt, die in Grau-Rheindorf und Dransdorf besondere Annahmestellen eingerichtet hat. [...] Die Kartoffelausfuhr aus dem Stadtkreise Bonn ist verboten und wird streng bestraft.
Süßstoff.
In der Ueberweisung von Süßstoff ist eine Stockung eingetreten, da die zur Herstellung benötigten Grundstoffe beschlagnahmt sind. Bei erneuter Abgabe von Süßstoff wird die Bevölkerung benachrichtigt.
(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Nachrichten des städtischen Lebensmittelamtes.“)