Mittwoch, 24. April 1918

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. April 1918„Bilder aus der Bonner Universität während des Weltkrieges“. Unter diesem Titel hat die „Hauswirtschaftliche Kriegshilfe“ (nationaler Frauendienst) im Einvernehmen mit der städtischen Behörde ein kleines Album herausgegeben, das im Text und in zehn Bildern den Anteil der Universität an der Kriegswirtschaft und Volksernährung darstellt. Bekanntlich beherbergt die Universität seit 1916 in 60 Räumen die Behörden des städtischen Lebensmittelamtes und mehrere Organisationen der Hauswirtschaftlichen Kriegshilfe. Keine Stätte ist der Bonner Bevölkerung so vertraut und wertvoll wie dieser Nordflügel der Friedrich-Wilhelms-Universität. Auch für die Studentenschaft, besonders für die Besucher des Speiseraums, dürfte es von historischem Interesse sein, ein Erinnerungsblatt zu besitzen, das ihre Alma Mater als Schutzherrin kriegswirtschaftlicher Einrichtungen festhält. So eignet sich das Album für jeden in Bonn als Gedenkzeichen für große und schwere Zeiten, sowohl als persönlicher Besitz wie als Gruß ins Feld an alle die dort kämpfenden jetzigen und ehemaligen Bonner Studenten. Der Reingewinn des Albums ist für die Bonner Kinderspeisung bestimmt, die seit zwei Jahren als eine der wichtigsten Wohlfahrtsbestrebungen der Hauswirtschaftlichen Kriegshilfe auf diese Weise eine dringend notwendige größere finanzielle Leistungsfähigkeit erreichen könnte. So steht zu erwarten, daß alle Bonner Kreise durch Ankauf des Albums, das ihnen eine liebe Erinnerung an große Zeiten sichert, die wichtige Fürsorge für die ausreichende Ernährung der armen Kinder unserer Stadt unterstützen werden. Das Album ist zum Preise von 1 M. zu haben in den Buchhandlungen und Schreibwarengeschäften, für die Studierenden außerdem beim Universitäts-Sekretariat.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

Anzeige im General-Anzeiger vom 24. April 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 24. April 1918    

Die Kohlenversorgung der Bonner Bürgerschaft.
Die Ortskohlenstelle macht uns folgende Angaben:
   Durch die Bekanntmachung des Reichskommissars für die Kohlenverteilung vom 30. März 1918 ist eine neue Regelung der Brennstoffversorgung der Haushaltungen eingetreten. Die der Stadt Bonn zugeteilte Menge an Kohlen, Koks und Briketts ist äußerst gering. Sie reicht lediglich dazu aus, um während der Sommermonate jeder Haushaltung für den Küchenbrand drei Zentner zuzuteilen.
   Eine Versorgung für den Winter ist z. Zt. ausgeschlossen. [...]

Anzeige in der Deutschen Reichs-Zeitung vom 24. April 1918Die Beschlagnahme der Messingteile. Nachdem am 16. April eine Meldung des Wolfschen Bureaus festgestellt hatte, daß unsere Truppen große Kupfer- und Gummivorräte in Frankreich erbeutet haben, hat der Wirtschaftsbund des Deutschen Haus- und Grundbesitzes (Aktiengesellschaft in Berlin) am 19. April 1918 beim Reichswirtschaftsamt sowie bei der Kriegsmetallstelle des Kriegsministeriums die Zurücknahme der Verordnung betreffend die Beschlagnahme der Messingteile an Treppen, Fenstern, Türen usw. beantragt. Dieser Antrag dürfte aber nach einer neuerlichen Meldung dieses Bureaus nur geringe Aussichten haben, da „die gesamte Materialbeute niemals als neues Aktivum in die Rohstoff- und Geldwirtschaft der Heimat eingestellt werden kann. Sie kann die Heimat nicht von der Bereitstellung der nötigen Rohstoffe und neuer Geldmittel für die kommende Kriegsführung befreien“.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Von der Polizei. In der Nacht zum Montag drangen Diebe in ein Haus in der Doetschstraße und stahlen aus einem Lager für mehrere tausend Mark Waren. – In der Nacht zum Dienstag plünderten Spitzbuben das Selterswasserhäuschen im Hofgarten aus, zertrümmerten den Spiegel und warfen eine Anzahl Flaschen entzwei.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Aus der Rheinprovinz. Bonn“)