Sonntag, 28. Juli 1918

   

Anzeige im General-Anzeiger vom 28. Juli 1918Anzeige im General-Anzeiger vom 28. Juli 1918Daß die Bartflechte durch die Kriegsseife verursacht werde, ist verschiedentlich behauptet worden. Die Seifen-Herstellungs- und Vertriebs-Gesellschaft hat daraufhin eine Reihe hervorragender Dermatologen darüber befragt. Die Gutachten lauten übereinstimmend dahin, daß eine derartige schädliche Wirkung des in der Seife vorhandenen Tons vollkommen ausgeschlossen ist.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

    

Zur Brotausgabe. In den letzten Tagen ging hier das Gerücht, daß in der kommenden Woche hier in Bonn kein Brot ausgegeben werden könnte. Wie wir auf Grund unserer Erkundigungen an zuständiger Stelle versichern können, ist unsere Brotversorgung in ausreichender Weise gesichert.

Portohinterziehung bei Feldpostbriefen. Die vielfache mißbräuchliche Ausnutzung der Portofreiheit für Feldpostbriefe hat bekanntlich neuerdings auf diesem Gebiete zu verschärften Anordnungen durch die Feldpost geführt. Wie weitgehend nunmehr von den Strafgerichten diese Bestimmungen ausgelegt werden, beweist eine jüngste Schöffengerichtsentscheidung. Zwei Verwaltungsbeamte hatten danach dem an sich portofreien Schreiben eines befreundeten Soldaten an gemeinsame Bekannte Grüße beigefügt, weshalb gegen sie ein Strafverfahren wegen Portohinterziehung anhängig gemacht worden war. Das Gericht gelangte mit der Anklage zu der Auffassung, daß Portohinterziehung vorliege, da durch den Zusatz der Grüße die portofreie Sendung portopflichtig geworden sei. Nur weil der Gruß einen entschuldbaren Irrtum im Sinne der Bundesratsverordnung für gegeben erachte, lautete das Urteil gegen die Beschuldigten auf Freisprechung.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

   

Zur Milderung der Wäsche- und Kleidernot hat die Hauswirtschaftliche Kriegshilfe Näh- und Flickkurse eingerichtet, wo unter Anleitung einer bewährten Lehrkraft Frauen und Mädchen ihre Kleider ändern und ihre Wäsche und Strümpfe ausbessern können. Anmeldung und nähere Auskunft in den Werkstätten Universität, Am Hof 1 (frühere Flickschusterei).

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Aus der Rheinprovinz. Bonn“)