Dienstag, 31. Juli 1917

      

Anzeige im General-Anzeiger vom 31. Juli 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 31. Juli 1917Die morgige Erinnerungsfeier am dritten Jahrestage der Kriegserklärung (in der Lese) wird wesentlich kürzere Zeit dauern, als unsere vaterländischen Feiern des Friedens, da sie sich auf die Rede des Herrn Geheimrats Litzmann und den gemeinsamen Gesang der Wacht am Rhein beschränkt; der Liberale Bürgerverein hat der ernsten Zeit wegen auf alle musikalischen Zugaben usw. verzichtet. Die Feier beginnt bekanntlich um 8½ Uhr.

Bei einer Schlägerei, die gestern abend Ecke Brückenstraße und Hundsgasse zwischen einem Soldaten und einem Zivilisten entstand, wurde der Soldat in den Rücken gestochen. Er konnte jedoch allein gehen und sich im Garnisonlazarett verbinden lassen.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

        

Die Konzerte der Regimentskapelle der 160er zum Besten der Hinterbliebenen für Unteroffiziere und Mannschaften haben dem Grundstock die hübsche Summe von 4600 Mark zugeführt. Herr Major Oeste dankte den Einwohnern der Stadt Bonn für das lebhafte Interesse, das sie den Veranstaltungen entgegengebracht haben, ferner auch den Inhabern der Konzertgärten und Säle für ihr bereitwilliges Entgegenkommen.

Eine Verkaufsstelle für Gemüse ist in der Endenicherstraße bei Frau Thelen seitens des Gemüsezüchtervereins eingerichtet worden. Es handelt sich vorläufig um einen Versuch, der sehr zu begrüßen ist. Dadurch sind die kleineren Leute in Endenich nicht mehr genötigt, im Bedarfsfalle nach Bonn zum Markte zu gehen. Anderseits sind auch unsere Landwirte insofern entlastet, als sie durch den kleinen Einzelverkauf in ihrer Arbeit nicht augehalten werden.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)