Dienstag, 10. Juli 1917

       

Anzeige im General-Anzeiger vom 10. Juli 1917Anzeige im General-Anzeiger vom 10. Juli 1917Gegen den Obst- und Gemüsewucher hat der Landrat des Landkreises Bonn folgende Bekanntmachung erlassen: „Die Verhältnisse im Obst- und Gemüseverkehr haben sich derart zugespitzt, daß es an der Zeit ist, öffentlich zu warnen. Trotz auskömmlicher Höchstpreise, die unter Mitwirkung von Erzeugern und Verbrauchern von der Bezirksgemüsestelle festgesetzt sind, werden weit höhere Preise angeboten und infolgedessen auch gefordert, und das in einer Zeit, wo es darauf ankommt, die vorhandenen Lebensmittel den breiten Massen zu erschwinglichen Preisen zugänglich zu machen. Es ist Pflicht jedes Wohlgesinnten, jeden Verstoß gegen die Höchstpreise und die Zurückhaltung von Waren, für welche Höchstpreise festgesetzt sind, zur Anzeige zu bringen, damit die Gerichte in die Lage kommen, durch Festsetzung scharfer Strafen dem Wucher zu steuern. Ich behalte mir vor, die Namen der Schuldigen öffentlich an den Pranger zu stellen.“

(Bonner Zeitung, Rubrik „Städtische Nachrichten“)

      

Neue Kartoffeln. Das städtische Lebensmittelamt macht darauf aufmerksam, daß auch jetzt in der neueingerichteten Verkaufsstelle Moltkestraße 1 neue Kartoffeln abgegeben werden.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

      

Die Vorsichtsmaßnahmen bei Fliegerangriffen werden, wenn auch keine Gefahr durch den Angriff feindlicher Flieger für Bonn zu drohen scheint, in einer Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im Anzeigenteil dieser Nummer nochmals in Erinnerung gebracht.

Diebstahl. Einem Kinde, das von seinen Eltern am Samstag zum Bäckerladen nach der Brüdergasse geschickt worden war, wurde schon wieder unterwegs von einer Diebin das Geld abgestohlen.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)