Freitag, 17. März 1916

     

Anzeige im General-Anzeiger vom 17. März 1916Anzeige im General-Anzeiger vom 17. März 1916Deutscher Arndtbund. Die auf gestern einberufene Mitgliederversammlung konnte nicht stattfinden, weil die in den Satzungen vorgesehene Anzahl von Mitgliedern nicht erschienen war. Es wird nun eine neue Versammlung einberufen, die ohne Rücksicht auf die Zahl der erscheinenden Mitglieder beschlußfähig sein wird.

(Bonner Zeitung, Rubrik „Aus den Städtischen Nachrichten“)

   

Rhein. Arbeitsnachweisverband, E.V., Köln. Ueber die Bewegung auf dem rhein. Arbeitsmarkt im Monat Febr. wird uns berichtet: Die Zahl der bei den öffentlichen Arbeitsnachweisen gemeldeten männlichen Arbeitssuchenden betrug im Berichtsmonat 12.029 gegen 11.808 im Vormonat, die Zahl der offenen Stellen betrug 15.775 gegen 16.162 im Vormonat. Auf 100 offene Stellen kamen also 76 Arbeitssuchende (im Vormonat 73). Die Zahl der Vermittlungen betrug 6819 gegen 6939 im Vormonat. Die Betriebszahlen der Arbeitsnachweise in der landwirtschaftlichen Vermittlung nahmen im Berichtsmonat zu. Stärkere Nachfrage war stellenweise nach Gärtnern zu verzeichnen. Die Arbeitsmarktlage in der Metallindustrie ist im wesentlichen unverändert geblieben. Die Lage der Textilindustrie hat sich im Februar Anzeige im General-Anzeiger vom 17. März 1916Anzeige im General-Anzeiger vom 17. März 1916weiter verschlechtert. Infolge der öffentlichen Hilfsmaßnahmen tritt jedoch die Arbeitslosigkeit nicht so sehr in die Erscheinung. In der Papierindustrie machte sich ein erheblicher Mangel an Facharbeitern bemerkbar. In der Holzindustrie nahm die Zahl der offenen Stellen zu, während die der Bewerber sank. Die Nachfrage nach Bauarbeitern ging etwas zurück, blieb aber zum größten Teil noch ungedeckt. Die ungünstige Lage der für leichte Arbeiten verfügbaren Stellensuchenden im Handelsgewerbe hat sich nicht geändert. Eine größere Anzahl von Gastwirts-Gehilfen und Gehilfinnen ist dauernd bei den Arbeitsnachweisen als suchend vorgemerkt. Kräftige Fabrikarbeiter sind sehr gesucht. Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt betrug die Zahl der Arbeitssuchenden 12.156 gegen 12.602 im Vormonat, die der offenen Stellen 9055 gegen 10.465 im Vormonat. Auf 100 offene Stellen kamen 134 Arbeitssuchende (im Vormonat 120). Die Zahl der Vermittlungen, die im Vormonat 8046 betrug, belief sich im Februar auf 6891.

Zwei junge Burschen aus Bonn sind in Köln festgenommen worden, von denen der eine seinen Eltern einen größern Geldbetrag gestohlen hatte. Als sie hier in Damengesellschaft größere Ausgaben machten, wurden die Abenteurer entlarvt.

(Bonner General-Anzeiger, Rubrik „Aus Bonn“)

    

Den Postbeamten soll auch in diesem Sommer ein Erholungsurlaub gewährt werden, und zwar [sollen] erhalten Beamte über 45 Jahre 14 Tage, Beamte unter 45 10 Tage. Beamtinnen über 40 Jahre 14 Tage, unter 40 Jahre 10 Tage, und solche, welche noch nicht 2 Jahre Gehilfin sind, 7 Tage. Unterbeamten über 45 Jahre sollen 7 Tage, alle übrigen 5 Tage erhalten. Nichtangestellte männliche Beamte erhalten 5 Tage.

(Deutsche Reichs-Zeitung, Rubrik „Bonner Nachrichten“)